Eine Psychose trifft selten nur einen Menschen. Sie trifft eine ganze Familie.

Seit 16 Jahren bin ich Diplom-Psychologin und begleite Angehörige von Menschen die eine akute psychotische Krise erleben. Ich sehe wie Angehörige oft von unserem, sonst so guten Hilfssytem, alleingelassen werden. Wissen über die psychotische Krise ist jetzt extrem hilfreich und kann sogar Leben retten.

Dabei geht es für mich nicht nur darum, Psychosen zu verstehen. Ich kenne auch das Hilfesystem, seine Möglichkeiten – und seine Grenzen. Gerade wenn Vertrauen in Psychiatrie, Ärzt*innen oder andere Helfende verloren gegangen ist, braucht es häufig einen anderen Zugang: ruhig, respektvoll und ohne vorschnell Druck aufzubauen.

Das Vertrauen ist gebrochen.

Die Person in der Psychose benötigt eine andere Belgeitung.

Wir kommen zu zweit

Neurodiversitäts-Coach Pia Katzenberger arbeitet mit besonderem Schwerpunkt auf ADHS, Sensibilität und Kreativität. Sie bringt dabei nicht nur Fachwissen, sondern auch eine besondere Wahrnehmungsfähigkeit mit. Als selbst hochsensibler Mensch bemerkt sie häufig feine Veränderungen, Überforderung und Zwischentöne, die in angespannten Situationen leicht übersehen werden.

Gerade bei Menschen, die Reize sehr intensiv wahrnehmen, ungewöhnlich denken oder sich vom klassischen Hilfesystem nicht verstanden fühlen, kann dieser Blick einen anderen Zugang zu Kontakt und Vertrauen ermöglichen.

Wirkliche Unterstützung vor Ort

Eine psychotische Krise lässt sich nicht einfach „wegargumentieren“. Und wer bereits schlechte Erfahrungen mit Psychiatrie oder Hilfesystem gemacht hat, reagiert auf einen weiteren vermeintlichen Experten möglicherweise zunächst mit Misstrauen.

Deshalb verbinden wir psychologische Erfahrung mit einem neurodiversitätssensiblen Blick. Wir beobachten unterschiedlich, hören unterschiedlich – und ergänzen uns genau darin.

Wenn wir gemeinsam zu einem Menschen in einer psychotischen Krise kommen, geht es deshalb zunächst nicht darum, ihn von unserer Sicht der Dinge zu überzeugen. Es geht darum, Kontakt herzustellen, Vertrauen zu ermöglichen und herauszufinden, welcher nächste Schritt für diesen Menschen überhaupt annehmbar sein könnte.

Zwei Perspektiven. Ein Ziel: einen Zugang finden, wenn andere Zugänge nicht mehr funktionieren.

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